Paraphenomena

Göttlichkeit auf Erden

Yoga und modernere esoterische Praktiken versprechen geistiges und energetisches Wachstum. So kann man das zumindest bezeichnen. Wer zum Beispiel Yoga nicht nur körperlich betreibt, sondern auch spirituell, verfolgt nicht nur Wellness und sportliche Ziele.

Das Angebot mentaler Wachstumswege zielt darauf ab, sich über das momentane Sein zu erheben und dieses zu verlassen. Teilweise wird der neue Zustand als göttlich gesehen oder wenigstens als ein Stadium, das dem Göttlichen näher ist als der normale Zustand. Atemübungen, körperliches Training, Entspannung, Konzentration oder Meditation sind dabei meist Teil eines größeren Trainingsplans, der langfristig das Potenzial des Menschen steigert. Er kommt in Kontakt mit einer stärkeren Lebensenergie, deren Zugang er sich erarbeitet hat. Es könnten Visionen folgen, mit mystischem Inhalt oder die Zukunft zeigend. Mehr Energie hilft dabei, erfolgreicher zu sein, seine Ziele schneller bzw. überhaupt zu erreichen.

Wenn man mit mentalen Techniken den Himmel auf Erden erreichen kann, wäre es auch denkbar, in eine Hölle abzugleiten. Das kann geschehen, wenn man für die geweckten Energien und in Gang gesetzte Wachstumsprozesse absolut nicht bereit ist. Man könnte das vergleichen mit einem Kind, das nur auf Ponys reiten sollte und plötzlich auf dem Rücken eines schwarzen wilden Pferdes sitzt. Oder mit einem Fahranfänger, der seinen Schein mit einem Kleinwagen gemacht hat und auf einmal in einem Formel 1 Wagen mit 300 km/h auf eine Kurve zusteuert.

Im Yoga begegnet man der Gefahr, dass die Nerven mit der gesteigerten Energiemenge nicht zurechtkommen, durch die Körperübungen. Diese stärken den Körper und eben auch die Nervenbahnen, so dass der Yogi auf den Erleuchtungsprozess schon mal vorbereitet ist. Auch magische Bücher ermahnen zum Teil ihre Leser, nicht das Körperliche zu vernachlässigen. Sonst droht nämlich schlicht der Wahnsinn, was in Verbindung mit einem Streben nach Göttlichkeit und Erleuchtung sehr suspekte Formen annehmen könnte.

Für solche Zustände spiritueller Verworrenheit gibt es aber zum Glück ein Gegenmittel. Man könnte das als "Gegensteuerung" bezeichnen. Wer sich von einem wässrigen Sumpf verschluckt sieht, muss ein Feuer legen, um diesen auszutrocknen. Oder Willenskraft aufbringen, um ihn zu verlassen. Im umgekehrten Fall hilft in einer geistigen Hitzewüste ein Regen oder eine kalte Flasche Wasser. Hebt man zu sehr in fantastische Lüfte ab, ist Bodennähe zu suchen und wird man von der Schwere der Materie zerdrückt, sollte man seinen Körper leichter machen. Denn die Erleuchtung ist auf dieser Reise von ihrer Natur aus durch Folgen des Mittelweges zu finden. Vermutlich.

6.7.11 19:53

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