Paraphenomena

Fliegende Yogis

Sie sind ein Mythos. Die Bilder von levitierenden Yogis können einen schon in Erstaunen versetzen. Man sieht da oft asketische, durchtrainierte Männer, die eine Aura von Energie und Kraft umgibt. Man hat auch den Eindruck, dass da mehr Feuer (im Sinne von Anstrengung) im Spiel ist, als es dauerhaft gut für einen Menschen ist. Eine mentale Übung, die den menschlichen Körper zum Fliegen bringt, ist aber definitiv ein Ausnahmezustand und nichts Dauerhaftes.

Helge Timmerberg hat in seiner Kurzgeschichtensammlung Shiva Moon mit dem Mythos der Bilder von fliegenden Yogis aufgeräumt. In den Geschichten geht es um seine Reiseerfahrungen auf dem indischen Subkontinent. Dort lernt er auch einen Typen kennen, der sehr fit in Yoga ist. Den fragt er, was es mit den fliegenden Yogis auf sich hat. Seine Reisebekanntschaft klärt ihn auf, dass die nicht schweben, sondern hüpfen. Immerhin kein Schwindel mit Fotomontagen. Dabei soll es sich laut Timmerberg bzw. seines Bekannten um eine Übung handeln, die bestimmte Muskeln zum Zucken bringt, wodurch es zu den Sprungreflexen kommt. So oder ähnlich wurde das in dem Buch beschrieben, neben vielen weiteren Dingen. Shiva Moon macht richtig Laune auf Meditation und der Suche nach dem Göttlichen.

Trotz der Aufklärung sollte man das Ergebnis dieser "Fliegeübung" nicht geringschätzen. Es gehört sicher etwas dazu, solche Höhen (wahrscheinlich ca. 0,5 - 1m) aus dem Sitzen zu erreichen, und wenn es nur für einen kurzen Augenblick ist. Aber am wenigsten geht es dabei um die sportliche Leistung. Schon möglich, dass der Meditierende wirklich den Eindruck erhält, ein wenig zu fliegen. Das ist immer erhebend.

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Zufall und Zukunftsvorhersagen

Vor einer Weile ist ein interessanter Artikel kursiert. Es ging darin um die Berechenbarkeit des Zufalls. Interviewt wurde ein Mathematiker, der über den Zufall doziert hat. Es ging vor allem um die Frage, ob es diesen gibt und wie man ihn beherrschen kann.

Sobald einem der Zufall einfällt, muss man automatisch auch daran denken, wie er genutzt wird.
Da gibt es erst einmal das Spiel. Um Geld (z.B. Karten) oder rein zum Vergnügen (z.B. Brettspiele mit Würfel).
Da gibt es aber vor allem die Zukunftsprognose. Man versucht dabei mit zwei gegensätzlichen Methoden auf sehr unterschiedliche Art herauszufinden, was sich in der Zukunft ereignen wird.

Der wissenschaftliche Weg
Hier wird der Zufall berechnet und beherrscht. Es werden mathematische bzw. naturwissenschaftliche Zusammenhänge herangezogen und von einem Punkt A ausgerechnet, was man bei einem zukünftigen Punkt B zu erwarten hat.
Punkt A ist der Stand des Wetters heute. Punkt B das Wetter in zwei Tagen. Grundlage ist die Wissenschaft der Wettervorhersage. Es gibt viele gute Leute, die einschätzen können, welche Einflüsse vermutlich eher für Regen sorgen und wie hoch die Chance ist, dass vielleicht doch mal dazwischen die Sonne herauskommt.

Der divinatorische Weg
Der Zufall kann auch zu einer anderen Art von Zukunftsvorhersagen führen. Dieser Weg ist der weniger seriöse, zumindest aus der Sicht des rationalen Menschen. Aber er ist eindeutig traditioneller und älter. Denn die Menschheit hat schon vor langer Zeit Losverfahren verwendet, um aus ihnen Vorausahnungen zu erhalten. Dazu zählt unter anderem das chinesische I-Ging oder das europäischeTarot. Früher war der Mensch in Sachen Naturwissenschaften bekanntlich noch nicht so fit, als dass er mit Formeln versucht hätte, zu ergründen, wie die Ernte wird. Da war es schon einfacher, den Medizinmann ein paar Knochen werfen zu lassen.
Lustig dabei ist: Wer selbst schon versucht hat, den Zufall (z.B. Münzwurf) zu nutzen, um Zukunftsvorhersagen zu erhalten, wird vermutlich festgestellt haben, wie verdammt treffend so ein nur durch das Schicksal bestimmtes Ergebnis sein kann. Als ob hier wirklich höhere Mächte im Spiel wären. Oder doch nur Zufall? Wir wissen es nicht.

Göttlichkeit auf Erden

Yoga und modernere esoterische Praktiken versprechen geistiges und energetisches Wachstum. So kann man das zumindest bezeichnen. Wer zum Beispiel Yoga nicht nur körperlich betreibt, sondern auch spirituell, verfolgt nicht nur Wellness und sportliche Ziele.

Das Angebot mentaler Wachstumswege zielt darauf ab, sich über das momentane Sein zu erheben und dieses zu verlassen. Teilweise wird der neue Zustand als göttlich gesehen oder wenigstens als ein Stadium, das dem Göttlichen näher ist als der normale Zustand. Atemübungen, körperliches Training, Entspannung, Konzentration oder Meditation sind dabei meist Teil eines größeren Trainingsplans, der langfristig das Potenzial des Menschen steigert. Er kommt in Kontakt mit einer stärkeren Lebensenergie, deren Zugang er sich erarbeitet hat. Es könnten Visionen folgen, mit mystischem Inhalt oder die Zukunft zeigend. Mehr Energie hilft dabei, erfolgreicher zu sein, seine Ziele schneller bzw. überhaupt zu erreichen.

Wenn man mit mentalen Techniken den Himmel auf Erden erreichen kann, wäre es auch denkbar, in eine Hölle abzugleiten. Das kann geschehen, wenn man für die geweckten Energien und in Gang gesetzte Wachstumsprozesse absolut nicht bereit ist. Man könnte das vergleichen mit einem Kind, das nur auf Ponys reiten sollte und plötzlich auf dem Rücken eines schwarzen wilden Pferdes sitzt. Oder mit einem Fahranfänger, der seinen Schein mit einem Kleinwagen gemacht hat und auf einmal in einem Formel 1 Wagen mit 300 km/h auf eine Kurve zusteuert.

Im Yoga begegnet man der Gefahr, dass die Nerven mit der gesteigerten Energiemenge nicht zurechtkommen, durch die Körperübungen. Diese stärken den Körper und eben auch die Nervenbahnen, so dass der Yogi auf den Erleuchtungsprozess schon mal vorbereitet ist. Auch magische Bücher ermahnen zum Teil ihre Leser, nicht das Körperliche zu vernachlässigen. Sonst droht nämlich schlicht der Wahnsinn, was in Verbindung mit einem Streben nach Göttlichkeit und Erleuchtung sehr suspekte Formen annehmen könnte.

Für solche Zustände spiritueller Verworrenheit gibt es aber zum Glück ein Gegenmittel. Man könnte das als "Gegensteuerung" bezeichnen. Wer sich von einem wässrigen Sumpf verschluckt sieht, muss ein Feuer legen, um diesen auszutrocknen. Oder Willenskraft aufbringen, um ihn zu verlassen. Im umgekehrten Fall hilft in einer geistigen Hitzewüste ein Regen oder eine kalte Flasche Wasser. Hebt man zu sehr in fantastische Lüfte ab, ist Bodennähe zu suchen und wird man von der Schwere der Materie zerdrückt, sollte man seinen Körper leichter machen. Denn die Erleuchtung ist auf dieser Reise von ihrer Natur aus durch Folgen des Mittelweges zu finden. Vermutlich.

Hellsehen mit Spielkarten

Um die paranormalen oder hellsichtigen Fähigkeiten zu erforschen, braucht man zwei Dinge:

1. hellsichtige Fähigkeiten
2. Spielkarten

Wie man vorgeht, ist eigentlich klar. Man blickt auf einen Kartenrücken und versucht mit einer Art sechsten Sinn zu erkennen, welche Karte sich dahinter befindet. Das zumindest ist das Grundprinzip, das im Detail noch ein wenig verfeinert werden kann.

Die einfachste Variante wäre, eine Karte aus einem Stapel zu ziehen und versuchen, das Ergebnis zu ahnen, bevor man das Blatt umdreht. Die Schwierigkeit dabei ist sehr hoch, und man darf nicht zu Taschenspielertricks greifen. Mit solchen Tricks lässt sich zaubern trainieren, aber nicht hellsehen.

Um die Schwierigkeit etwas niedriger zu halten, könnte man vier Karten heraussuchen. Am besten man nimmt immer das Ass der jeweiligen Farbe. Das wären dann Herz Ass, Pik Ass, Kreuz Ass und Karo Ass bei Skatkarten und die Blaue, die Alte, die Bums und das Herz Ass bei Schafkopfkarten.
Nun liegen die vier vermischten Kartenrücken vor einem. Als Nächstes hat man sich für eine der Karten zu entscheiden. Diese muss man benennen, ohne sie umzudrehen. Die Chancen stehen 25 Prozent, richtig zu liegen. Wenn man mehr als jede vierte Karte richtig tippt, kann das als Indiz gewertet werden, über paranormale Eigenschaften zu verfügen.

Für den Fall, dass es doch ein wenig schwieriger werden soll, könnte man noch die Könige und Damen mit dazunehmen. Und vielleicht noch weitere Karten, je nach Wunsch. Umso mehr Karten, umso höher die hellsichtigen Anforderungen und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nur Zufall ist, warum man so oft die richtige Karte hellsieht.

Hellsichtige Erleuchtung

In der Illuminatentrilogie war immer wieder von Zukunftsdeutung mit Orakeltechniken und dem Streben nach Erleuchtung die Rede. Der Diskordier Hagbard Celine beschäftigt sich in seinem U-Boot, von dem aus er die Geschicke der Welt beeinflusst, jedenfalls sehr intensiv damit. Er setzt sein selbst programmiertes I-Ging-Orakel für das Hellsehen der Zukunft ein. Dafür kommt der Zufall ebenso zur Geltung wie Daten aus den Nachrichten. Diese Kombination wird dafür verwendet vorauszusehen, was sich in der nächsten Zeit politisch ereignen wird. Ob es irgendwo in Nordafrika oder im Nahen Osten zu einem Bürgerkrieg oder zwischen zwei südamerikanischen Staaten zu einem militärischen Konflikt kommen wird.

Neben der Suche nach dem äußeren Licht der Erkenntnis macht sich die gesamte Lebenskultur in dem Illuminatenroman auch auf die Suche nach dem inneren Licht, der Erleuchtung. Dazu wird auf sehr genussorientierte und hedonistische Praktiken zurückgegriffen. Ziel ist natürlich nicht das "sinnlose" Genießen (völlig sinnlos ist Genuss natürlich nie !!), sondern die spirituelle Erfahrung.

Eigentlich eine wunderbare Idee. Wachstum durch Spiel (Orakel), der Befriedigung von Neugierde (Hellsehen der Zukunft) und dem energetisch-meditativen Auskosten des Augenblicks (Genuss).

Natürlich handelt es sich bei der Romantrilogie nur um Fiction. Das Werk wird im Bereich Verschwörungstheorien und Science Fiction eingeordnet. Das mag für einige Leute ausreichen, um es als ungeeignet abzustempeln, um daraus zu lernen.
Für Menschen, die sich noch immer an die X-Files erinnern können, die zu Comicons reisen, die sich Elfenohren aufkleben, gerne ein Holodeck besitzen würden und der Meinung sind, dass alle Vorgänge unseres Lebens mithilfe des Star-Wars-Universums erklärt werden können (was selbstverständlich möglich ist!), dürfte das aber ein Gütesiegel sein.

Künstliches Leben

Der Traum künstliches Leben zu erschaffen ist deutlich älter als der Roman "Frankenstein". Diese zufällig in Ingolstadt spielende Geschichte hat sich vermutlich von früheren Geheimlehren inspirieren lassen und das unterhaltsam aufbereitet. Ein aus Leichenteilen erschaffenes Monster, dem unter der Mitwirkung von Blitzenergie Leben eingehaucht wurde. Muss damals mächtig utopisch gewesen sein, die Vorstellung. Utopischer jedenfalls als heutzutage.

Wir leben in eine Zeit, in der Schafe geklont werden, Leben im Reagenzglas entstehen kann und albere Ethikkommissionen den Bürgern wissenschaftlich-medizinische Moral eintrichtern, bevor diese merken, wie ihnen geschieht und über welche Möglichkeiten der Mensch selbst heutzutage schon verfügt. Da wird doch glatt mal stellvertretend und bevormundend geurteilt, was freie Bürger zu tun und zu unterlassen haben. Wenn nicht solche Bremser unsere Gesellschaft an ihrer natürlichen Entwicklung hindern würden, könnte man fast meinen, der (hypothetisch angenommene) Geheimbund von Dr. Frankenstein hätte heimlich die Weltherrschaft erlangt. Vielleicht hat er das ja auch, und mit Ethikkommissionen, die sich herausnehmen über die Verwendung von Gentechnologie zu entscheiden, soll nur abgelenkt werden bzw. der normale Bürger in seine Schranken gewiesen. Aber vielleicht sollte man so etwas als Instanz ebenso wenig ernst nehmen wie die kirchliche Inquisition und andere Moralistenauswüchse.
Entscheidend ist, dass die Technik es ermöglicht, künstliches Leben zu designen und in die Welt zu setzen. Wenn man die Idee weiter träumt, könnte man sich einen Traumpartner erschaffen. Ganz nach eigenem Geschmack. Aussehen, Charaktereigenschaften und Veranlagungen, alles in einem gewissen Rahmen vorprogrammiert. Und wenn man schon dabei ist, vielleicht noch einen Epsilon-Minus als Haushaltshilfe oder Liftboy.
Zu recht könnte man da jetzt aber auch mit der Moralkeule schwingen. Denn egal wie erzeugt, vermutlich sind das wirkliche, gleichberechtigte Menschen. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen muss man nicht Bladerunner gesehen haben. Und eine dumme E-Tick-Kommision braucht man dazu gleich dreimal nicht. Vielleicht wird es dann wohl nicht direkt etwas mit frisch aus dem Labor bestellbaren Putzhilfen und Kuschelsklaven. Aber vielleicht kann man sie trotzdem irgendwie in die Welt setzen, ausgestattet mit jenen Genen und Eigenschaften, die eher selten vorkommen. Ein gesteuertes Fürsorge-Gen um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken. Ein Bindungsgen um künstlich erzeugten Männern die Angst um ihre Privatsphäre zu nehmen. Und vielleicht ein Liebeshungrig-Gen für Mrs. Frankenstein, damit selbst der Hässlichste und Dümmste sie herumkriegt. Das dürfte schon konformer mit gängigen Moralvorstellungen sein als sich persönliche, künstlich erschaffene Sklaven zu halten. Auch wenn der Gedanke an die Sklavenhaltung schon ein gewisses Prickeln erzeugt. Aber nein, was nicht geht, das geht halt nicht.

Levitation

Das Bewegen von Gegenständen ist ein Traum, den nicht nur Starwars- und Heroes-Fans träumen. Alleine der Gedanke daran erfüllt einen mit Freude. Es ist ein Anzeichen von Macht über die tote Materie, die Kraft eigenen Willens in Bewegung versetzt wird. Natürlich könnte das Objekt auch quicklebendig und menschlich sein. Das trifft dann zu, wenn sich der Levitierende selbst durch die Luft befördert.

Das hört sich nun alles so selbstverständlich an, doch die Levitation ist ein Phänomen, das so von der Natur nicht vorgesehen ist. Sie ist ein Verstoß gegen die Naturgesetze, oder besser gesagt, gegen die bekannten Naturgesetze. Und ohne Frage ist sie eine Seltenheit. Es gibt zwar Fotos und Behauptungen, aber einen wissenschaftlich anerkannten Beweis wird man wahrscheinlich nicht finden.

Wer schon mal versucht hat, mit Gedankenkraft etwas wie einen Tischtennisball oder einen Stift zu bewegen und in die Höhe steigen zu lassen, kann wahrscheinlich nur bestätigen, wie schwer das ist und wie gering bis nicht vorhanden die Erfolgschancen sind. Hinzu kommt, dass man ständig zweifelt. Nicht nur an den Erfolg der Levitation, sondern auch an den Sinn.

Selbst wenn es gelingen würde, stellt sich die Frage, ob all die Energie das Ergebnis wert war. Zur wissenschaftlichen Beweisführung, sicherlich. Um der Welt zu zeigen dass es geht. Aber was wenn es dann vor Beobachtern kein zweites mal gelingen will? Man wüsste zwar selbst, dass es möglich ist, und das ist Einiges, dazu käme aber die Frustration darüber, dass es einem niemand abnimmt.
Davon abgesehen gibt es noch eine andere Überlegung. Die außersinnliche Energie, die für so etwas eingesetzt wird, könnte vielleicht auf andere Art vernünftiger genutzt werden, vielleicht zu Heilzwecken oder um sich Wünsche zu erfüllen. Denn man hat nur in fiktiven Ausnahmefällen etwas davon, z.B. einen Golfball mit seinen Gedanken fliegen zu lassen, wenn es doch einen Schläger in Griffweite gibt. Das ist ein wenig so, als ob man für den Betrieb einer Taschenlampe ein Wasserkraftwerk baut.

Wenn man also weder Jediritter noch Geheimagent ist, wird man keine Levitationsfähigkeiten benötigen und seine Energien vermutlich vernünftiger nutzen können. Auf der anderen Seite steht die universelle Energie auch unendlich zur Verfügung. Man besitzt sie nicht, sondern leitet sie höchstens. Insofern gibt es keinen Grund damit zu geizen.  Um die Frage, ob es den Aufwand wert ist, levitieren zu lernen, kommt man trotzdem nicht herum. Aber vielleicht sollte man das weniger aus der Sicht der Vernunft betrachten und die Sache etwas sportlicher sehen. Schließlich bringt es auch nichts, mit Skier eine Sprungschanze herunterzufliegen, machen tun es trotzdem Einige, sogar unter großer Medienaufmerksamkeit.